

Zurückversetzt in die eigene Schulzeit fühlten sich die Mitglieder von Methusalem e. V. beim Besuch
des Schulmuseums Himmelpforten. Zur ersten Exkursion in diesem Jahr fanden sich 26 Teilnehmer
am Mehrgenerationenhaus in Horneburg ein, um mit Privat-PKW nach Himmelpforten zu fahren. Dort
wartete bereits der ehemalige Lehrer Kurt Thomsen, mittlerweile 91 Jahe alt, zu einer Schulstunde, wie
sie vor vielen Jahrzehnten üblich war. Kleine Dorfschulen hatten meist nur einen Klassenraum, in dem
alle Kinder der 8 Klassen der Grundschule gleichzeitig von einer Lehrkraft unterrichtet wurden.
„Gerade sitzen und Hände auf den Tisch“ lautete es jeden Morgen. Geprüft wurde, ob die Hände
sauber und die Fingernägel keinen „Trauerrand“ hatten. Auch die Schuhe und die Socken wurden
einer Kontrolle unterzogen. Gelehrt wurde die sogenannte „deutsche“ Schrift mit ihren Schrägen und
Spitzen, durch Hilfslinien vorgegebenen Ober- und Unterlängen. Eine ganze Woche lang wurde nur
ein Buchstabe geübt, besser gesagt, „eingedrillt“. Man begann mit dem kleinen „i“, vom Lehrer an die
Tafel gemalt. Auf kleinen harten Bänken sitzend forderte er die Methusalems auf, es ihm
nachzumachen: „Rauf, runter, rauf, Mützchen (i-Punkt) drauf“ und das 5 mal hintereinander. Weibliche
Lehrkräfte waren damals „Fräuleins“. Heirateten diese, mussten sie den Schuldienst quittieren, denn
eine Ehefrau hatte häusliche Pflichten zu erledigen. Anschließend mussten einige Rechenaufgaben
geübt werden und Kurt Thomsen wusste so manche „Dönekes“ aus alter Zeit zu erzählen. Nach 2
Stunden waren dann alle Mitglieder froh, dass die Schulstunde beendet war und sie wieder aufstehen
konnten. Aber es hat viel Spaß und Freude bereitet.
Josef Wesselmann

